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Heute im Blog: Mehr für einen gesunden Wald

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Nach der EU und dem Bund hat jetzt auch Nordrhein-Westfalen eine Waldstrategie vorgestellt. 17 Themenfelder, 98 Ziele, 129 Maßnahmen, 16 Empfehlungen – welche Wirkung das wuchtige Papier entfalten kann, wird die Zukunft zeigen


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Foto: Heinrich Linse / pixelio.de
Foto: Heinrich Linse / pixelio.de

Über drei Jahre hat die Vorarbeit gedauert. So lange haben rund 50 Fachleute der nordrhein-westfälischen Forst-, Umwelt- und Naturschutzverwaltung und der Verbände des Waldbesitzes sowie des Waldnaturschutzes mit 17 Unter-Arbeitsgruppen an dem Werk gefeilt. Nun liegt eine Strategie für die rund 953.000 Hektar Wald in NRW und damit für immerhin 28 Prozent der Landesfläche vor.


Der neue Masterplan soll in erster Linie der Stärkung der Wälder und der Waldbewirtschaftung in einer Zeit des Klimawandels dienen. „Klimaangepasste Bewirtschaftung“ lautet das zentrale Thema. Standortgerechte Mischwälder aus mehreren Baumarten sollen entwickelt werden, um die Funktionen des Waldes, der in NRW größtenteils jünger als 100 Jahre und zu 63 Prozent in Privatbesitz ist, zu erhalten. Auf Sauerland, Siegerland und Eifel, wo sich die größten NRW-Wälder befinden, kommen entsprechend viele Aufgaben und Veränderungen zu.


Ministerin Gorißen: „Ganzheitlich denken“


„Angesichts des Zustandes unseres Waldes müssen wir ganzheitlich denken“, betonte Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei der Präsentation der Strategie. „Wir wissen, dass wir den Wald nur gemeinsam erfolgreich unterstützen können. Die NRW-Waldstrategie ist dafür die zentrale Orientierungshilfe und ein Handlungsrahmen für alle mit dem Wald befassten Akteure.“


Um das Papier mit seinen vielen Facetten vorzustellen und zu diskutieren, hatte sie zu einer eintägigen Veranstaltung nach Düsseldorf eingeladen. Denn wie bei allen großen Themen lauern auch bei der NRW-Waldstrategie im Hintergrund Zielkonflikte. Schon am Tag der Vorstellung kritisierte zum Beispiel der Nabu, dass die Waldbewirtschaftung zu sehr in den Mittelpunkt gestellt werde. Die natürliche Wiederbewaldung komme zu kurz.


Ein starker Wald, der mit heftigen Stürmen, großer Hitze, langen Dürrephasen und einem gefräßigen Borkenkäfer klarkommt, entsteht allerdings nicht von selbst und nicht über Nacht. Hier ist die Arbeit einer ganzen Generation gefragt. Nach Angaben des Landes sind in Nordrhein-Westfalen etwa 140.000 Hektar, also rund 15 Prozent der Waldbestände, flächig abgestorben. Seit mehr als 40 Jahren nimmt die Waldvitalität stetig ab. Hier will man noch intensiver als bisher gegensteuern, zusätzlich Ressourcen schaffen und nicht zuletzt Geld in die Hand nehmen.


Wald und Wild müssten im Zusammenhang betrachten


Auch die Jagd und das Wildtiermanagement kommen in der nordrhein-westfälischen Waldstrategie zur Sprache – „als Beitrag zur Begründung und Entwicklung baumartenreicher Mischbestände“, wie es heißt. Wald und Wild müssten im Zusammenhang betrachtet werden. „Die Schalenwildbestände sind unter Berücksichtigung von populationsökologischen und sozialen Gesichtspunkten durch Bejagung auf ein Niveau anzupassen, das die Begründung und Entwicklung klimaanpassungsfähiger Mischwälder ermöglicht“, lautet eines der Ziele. Die Art der Formulierung ist typisch für viele Passagen der Strategie. Von der konkreten Umsetzung ist man an vielen Stellen noch weit entfernt.

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