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Heute im Blog: Verliert Brandenburg seine grüne Lunge?

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Seit Jahren verheißt der Waldzustandsbericht nichts Gutes. Dabei trifft es eine besonders waldreiche Region am härtesten. Nur acht Prozent des Waldes sind gesund


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Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Riesige Wald- und Forstlandschaften durchziehen seit Jahrhunderten die Landschaft, unterbrochen nur von malerischen Seen und Flüssen. Dazu kommt noch eine dünn besiedelte Region, die stressgeplagten Großstädtern – nicht nur aus Berlin – und Touristen aus der ganzen Welt als Erholungsort dient. Brandenburg, das wohl grünste Land in Deutschland. Doch seit Jahren verschlechtert sich gerade hier der Zustand des Forstes und des Waldes. Gründe sind Trockenheit, Waldbrände und auch heftige Niederschläge, die sich partiell und lokal begrenzt mit Hagel und schweren Stürmen verbinden. Dazu kommt eine Schwächung durch den Schädlingsbefall.


Brandenburg ist eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Es gibt rund 1,1 Millionen Hektar Wald – das entspricht 37 Prozent der Landesfläche. Etwa 61 Prozent der Waldflächen gehören privaten Waldbesitzern. Größter Waldeigentümer ist das Land Brandenburg mit rund 272.500 Hektar. Insgesamt gelten nach Angaben des neu veröffentlichten Waldzustandsberichts 39 Prozent der Waldflächen in Brandenburg schon jetzt als schwer beschädigt. Nur noch acht Prozent des Waldes weisen keine sichtbaren Schäden auf. „2025 hat sich die geschädigte Waldfläche deutlich vergrößert“, erklärte die zuständige Forstministerin Hanka Mittelstädt (SPD) unlängst in Potsdam bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts. Die durchschnittliche Kronenverlichtung ist auf einen neuen historischen Höchstwert gestiegen.


Auf der Suche nach Erklärungen für diese – auch im Vergleich der Bundesländer – überproportional negative Entwicklung verweisen Forst- und Waldexperten auf ein ganzes Bündel von Ursachen: Zum einen verzeichnete gerade Brandenburg seit 2015 zahlreiche Jahre, die von erheblicher Trockenheit geprägt waren. Dazu kamen lokale Unwetter, Waldbrände und sogar weitere Versiegelungen von Fläche gerade im Umfeld des Großraums Berlin/Potsdam.


Familienbetriebe mahnen Gleichbehandlung an


Vor dem Hintergrund dieser negativen Entwicklung mahnt der Verband der Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg e.V. eine gleichwertige Förderung von Waldschutzmaßnahmen zwischen verschiedenen Eigentums- und Jagdstrukturen an. „Waldschutz und Jagd müssen in Brandenburg unabhängig von der Eigentumsform gleichwertig behandelt werden“, erklärte Mathias von Bredow, stellvertretender Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg. Insbesondere mechanische Schutzmaßnahmen wie ökologisch vorteilhafte Hordengatter aus Holz sollten konsequent und einheitlich förderfähig sein.


Nach Ansicht des Verbandes sei auch die bessere Einbindung des Privatwaldes in den Waldumbau dringend geboten. „Die seit 2020 in dem Bundesland geltende Einschränkung der entgeltlichen Betreuung durch den Landesbetrieb Forst ab einer Fläche von zehn Hektar erschwert die Aktivierung von rund 59 Prozent des Privatwaldes. Die Familienbetriebe sprechen sich daher für eine politische Unterstützung von Möglichkeiten der forstlichen Betreuung kleiner und mittlerer Forstbetriebe aus“, erklärte von Bredow weiter. Ziel sei es, den Waldumbau flächendeckend zu beschleunigen und die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Klimarisiken zu erhöhen. „Gerade größere familiengeführte Forstbetriebe sind ein zentraler Stabilitätsanker im Waldumbau. Ihre Rolle muss politisch gestärkt werden.“


 Deutschlandweit Probleme 


Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) hatte erst kürzlich die neuen Daten der Waldzustandserhebung für 2025 vorgestellt. Danach machen den deutschen Wäldern gravierende Folgen von Hitze und Trockenheit weiterhin stark zu schaffen. Bei den häufigsten Arten sind nach wie vor vier von fünf Bäumen krank, wie aus den Daten für 2025 hervorgeht. Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,5 Millionen Hektar) ist nach Angaben des für den Forst zuständigen Bundesagrarministeriums mit Wald bedeckt. Die häufigsten Baumarten in den meistens gemischten Wäldern sind demnach die Nadelbäume Fichte (20,9 Prozent) und Kiefer (21,8 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16,6 Prozent) und Eiche (11,5 Prozent).

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