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Heute im Blog: Heimat erlebt ein Comeback und hat einen enormen Wert

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Im zuständigen Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sind die Vorbereitungen für eine neue Heimatpolitik weit gediehen. Ressortchef Alois Rainer hat jetzt eine Heimat-Agenda präsentiert


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Foto: Oliver Mohr / pixelio.de
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Die Heimat erlebt ein Comeback. Selbst in großstädtischen Vierteln, wo der Zeitgeist das Wort Heimat lange Zeit vermieden oder ins negative Licht gerückt hat, wird heute anders darüber gedacht. Rund acht von zehn Menschen in Deutschland haben laut Umfragen sogar ein positives Heimatgefühl, wobei dabei Familie, soziale Nähe und Gemeinschaft einen sehr hohen Stellenwert einnehmen.


Kürzlich hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer als zuständiger Ressortchef eine Heimat-Agenda präsentiert. Laut Ministerium der „Kompass für eine moderne Heimatpolitik“. Eine Betonung liegt auf dem Wort modern. Denn mit Heimattümelei hat der politische Ansatz nur wenig zu tun. Unter dem Titel „Miteinander ist es Heimat“ beschreibt die im Netz abrufbare Agenda das Leitbild einer Heimatpolitik, die regionale Kultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine starke Wirtschaft miteinander verbinden und die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellen will. Alois Rainer verbindet die Agenda mit einem wichtigen Versprechen: Er will, dass Politik sich noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausrichtet. „Denn hier ist Heimat, hier sind die Menschen zu Hause und genau hier setzen wir an.“


Zwischen Gefühl und Lebenswirklichkeit


Herbert Grönemeyers „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ trifft nicht die Lebenswirklichkeit der Deutschen. Für sie ist Heimat zu einem großen Teil Lebensort, oft auch der Geburtsort. Das Herz schlägt schneller, wenn man die Heimat zum Beispiel nach einer längeren Abwesenheit wieder erreicht. Die Verortung spielt bei der Heimatpolitik eine große Rolle, denn so verlässt sie rasch das Abstrakte und wird konkret. In Projekten, Maßnahmen, im Ehrenamt und Miteinander wird Heimat sichtbar.


Alois Rainer erklärte bei der Vorstellung der Agenda: „Heimatpolitik ist kein Nice-to-have. Sie entscheidet, wie gut Zusammenhalt, gleichwertige Lebensverhältnisse und wirtschaftliche Stärke in Deutschland konkret vorangebracht werden können.“ Heimat sei immer dann am stärksten, wenn Menschen ganz konkret erleben, dass sie Dinge so gestalten können, wie sie es selbst vor Ort brauchen. Heimat sei Teamplay in Reinform. „Wir wollen vor Ort mehr Freiräume schaffen, unnötige Bürokratie abbauen und Entscheidungen dort ermöglichen, wo sie wirken. Das zentrale Versprechen der Agenda sind die Heimat-Dialoge. Wir gehen dorthin, wo man uns braucht, etablieren verbindliche Formate und gehen dann direkt in die Umsetzung. Heimat gehört denjenigen, die sich um das Miteinander kümmern.“


Vielfalt und Weltoffenheit in den ländlichen Regionen


Regionale Perspektiven, Lebens- und Sichtweisen sowie Traditionen dürfen dabei keine untergeordnete Rolle spielen. Gerade in den ländlichen Regionen, wo die Mehrheit der Menschen in Deutschland zu Hause ist, wird darauf bei aller Vielfalt und Weltoffenheit Wert gelegt. In dem im vergangenen Jahr erschienenen „Heimatspiegel Bayern“, herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, finden sich viele Zitate, die darauf abheben. „Die regionalen Unterschiede sowohl im Landschaftsbild und der Gastronomie sowie die außergewöhnliche Baukultur machen Bayern besonders lebenswert“, wird dort zum Beispiel eine 54-jährige Frau aus Oberfranken zitiert.


Wie geht es nun auf Bundesebene weiter? Das Ministerium verfügt über eine eigene Heimatabteilung und entsprechendes Fachwissen. Ein Heimat-Report und ein Landatlas sollen Erkenntnisse darüber liefern, was Menschen in ihrer Heimat bewegt und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Man will sich mehr um regionale Wertschöpfungsketten kümmern. Menschen und Initiativen, die sich in besonderer Weise für ihre Heimat und das gesellschaftliche Miteinander engagieren, will das Ministerium mit einem „Bundespreis Heimat“ auszeichnen.

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