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Heute im Blog: Ein Jahr Afrikanische Schweinepest in Südwestfalen

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

761 Fälle in drei Kreisen, Hausschweinebestände bisher verschont. NRW liegt im Vergleich zu Brandenburg und Hessen deutlich besser. Aber die Gefahr ist nicht vorbei


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Foto: Paul_Henri
Foto: Paul_Henri

Am 14. Juni 2025 wurde im Kreis Olpe das erste mit Afrikanischer Schweinepest infizierte Wildschwein in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Ein Fund in einem Waldstück bei Kirchhundem. Rund zwei Wochen später folgte der erste Nachweis im Kreis Siegen-Wittgenstein, im Februar 2026 erfasste die Seuche auch den Schwarzwildbestand im Hochsauerlandkreis. Ein Jahr später lässt sich eine vorsichtig positive Bilanz ziehen. Eine, die aber keinen Anlass zur Entwarnung gibt.


Die Zahlen im Vergleich


Das Friedrich-Loeffler-Institut listet aktuell 761 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen in den drei betroffenen Kreisen in Südwestfalen (Stand 11. Juni 2026). Das klingt viel. Im bundesweiten Vergleich ist es jedoch wenig: In Brandenburg wurden im ersten Jahr nach dem Erstnachweis 2020 bereits 2.144 infizierte Wildschweine registriert. In Hessen, wo die Seuche im Juni 2024 erstmals auftrat, war die Zahl ähnlich hoch.


Das Entscheidende: Die Hausschweinebestände in NRW sind bisher vom ASP-Virus verschont geblieben. Für die westfälische Landwirtschaft, eine der bedeutendsten Schweineregionen Deutschlands, ist das eine wichtige Tatsache.


Was die Eindämmung bisher geleistet hat


Die vergleichsweise niedrigeren Fallzahlen sind kein Zufall. Intensive Kadaversuchen, konsequenter Zaunbau und jagdliche Maßnahmen haben dazu beigetragen, das Seuchengeschehen regional konzentriert zu halten. Mitarbeitende der Wildtierseuchenvorsorge-Gesellschaft (WSVG) durchsuchen gemeinsam mit Suchhundeteams, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Einsatzkräften der Kreise die betroffenen Gebiete. Moderne Drohnentechnik unterstützt die Suche nach Kadavern. Jägerinnen und Jäger tragen durch die aktive Reduzierung des Schwarzwildbestandes erheblich zur Eindämmung bei.


Der menschliche Faktor bleibt entscheidend


Die ASP ist für Menschen ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine verläuft eine Infektion jedoch fast immer tödlich. Das Virus bleibt außergewöhnlich lange ansteckungsfähig, auch auf Gegenständen wie Werkzeugen, Autoreifen, Kleidung oder Transportfahrzeugen. Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot reicht im schlimmsten Fall aus, um das Virus weiterzutragen, oft ohne dass den Beteiligten bewusst ist, welchen Schaden sie anrichten.


WLV-Präsident Hubertus Beringmeier appelliert deshalb anlässlich des Jahrestags erneut an die Bevölkerung: „Steigende Temperaturen locken verständlicherweise wieder vermehrt Spaziergänger, Radfahrer und Ausflugsgruppen in die Natur des ländlichen Raums. Die Verantwortlichen sind bemüht, die Freizeitaktivitäten möglichst nicht einzuschränken. Deswegen ist es aber enorm wichtig, den behördlichen Anweisungen im ASP-Restriktionsgebiet Folge zu leisten, denn die Viruserkrankung verbreitet sich in NRW weiterhin. Jede und jeder Einzelne muss dazu beitragen, die weitere Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, etwa durch sorgsamen Umgang mit Speiseabfällen, Betreten von gekennzeichneten Wegen und das Anleinen von Hunden.“ Konkret bedeutet das: Speisereste gehören ausschließlich in Mülleimer, Wildschweine dürfen keinesfalls gefüttert werden, Zäune und Tore sind nach dem Durchqueren konsequent zu schließen.


Verständnis für Einschränkungen notwendig


Sperrzonen, Schutzzäune und eingeschränkte Zugänge zu Waldbereichen sind im Alltag sichtbar und mitunter unbequem. Der WLV bittet hier um Verständnis: „Wir hoffen auf das Verständnis der Bevölkerung für notwendige Schutzmaßnahmen wie den Bau von Schutzzäunen und die Einrichtung von Sperrzonen, die zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest und zum Schutz unserer Hausschweine von großer Bedeutung sind“, so Beringmeier.


Umfassende Informationen, laufend aktualisierte Fallzahlen und interaktive Karten zu den Restriktionsgebieten stellt das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW unter lave.nrw.de bereit. Der WLV informiert unter wlv.de/asp.


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