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Pressekontakt:
Kai Pleuser
Tel.: 0228 94906 62
Fax: 0228 94906 63
presse@stiftung-natur-mensch.de

Stiftung natur+mensch
Niebuhrstraße 16c
53113 Bonn

 

Für einen Naturschutz neuen Typs

„Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im Widerspruch steht.“ Bertrand Russell

 

Gesellschaftlicher Hintergrund

Die Auffassung Russels vom Menschen als Teil der Natur steht in krassem Gegensatz zu dem in Deutschland weit verbreiteten Naturbild. Menschen nehmen die Natur zunehmend nicht mehr als ausgewogenes Lebensgefüge wahr, in das sich der Mensch verantwortlich einbringt und aus der er durch nachhaltige Nutzung seine Lebensgrundlagen bezieht. Aktuelle Studien belegen insbesondere bei der heranwachsenden Generation mangelndes Wissen über die Natur, über die Zusammenhänge ihrer Nutzung und die Folgen unseres täglichen Handelns für die Natur. Die Untersuchungen zeigen auch, dass dieses Unwissen mit einer Armut an realen Naturerlebnissen einhergeht.

Schon jetzt sind die gravierenden und weit reichenden Folgen klar erkennbar:

  •  Die Gleichgültigkeit gegenüber Natur und Umwelt nimmt zu.
  • Dies erschwert die Diskussion um den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Der Naturschutz dringt mit seinen Argumentationen nicht mehr durch.
  • Natur- und Umweltfragen erhalten nicht die Priorität in der Gesellschaft, in Politik und Wirtschaft, die sie haben müssten, um die Prozesse zur Sicherung der Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen schnell genug voranzutreiben.
  • Mit der Einsicht in die Zusammenhänge von Natur und Naturnutzung schwindet die Motivation und Fähigkeit, schonende moderne Nutzungskonzepte zu erarbeiten, kompetent über sie zu entscheiden und diese umzusetzen. Unsere Gesellschaft ist zunehmend nicht mehr in der Lage, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
  • Das verzerrte Naturbild führt dazu, dass aus reiner Unwissenheit heraus die Nutzung der Natur von vielen kategorisch abgelehnt wird.
  • Der gesellschaftliche Konflikt zwischen falsch oder gar nicht informierten Mitbürgern auf der einen und Naturnutzern wie Bauern, Fischern, Jägern und Förstern auf der anderen Seite wird sich weiter verschärfen.

 

Ziele

Die 2005 vom Deutschen Jagdschutz-Verband gegründete Stiftung natur+mensch steht für die Überzeugung, dass der etablierte klassische Naturschutz einer Korrektur und Ergänzung bedarf:

  • Naturschutz muss im Erleben junger Menschen beginnen,
    damit die Entfremdung gegenüber der Natur aufgehoben wird. Darin sieht die Stiftung eine wesentliche Voraussetzung, um die notwendi-gen Rahmenbedingungen für eine gesunde Allianz von Mensch und Natur zu schaffen.
  • Naturschutz heißt auch und ganz besonders: Bildungsauftrag,
    denn der Schutz der Natur setzt ihre Kenntnis und die Einsicht in die Zusammenhänge ihrer Nutzung voraus.

  • Naturschutz muss die Nutzung der Natur in die Betrachtung einbeziehen.
    Nur so werden Konzepte entstehen, die den realen Herausforderungen auch gerecht werden.

Die Stiftung sieht ihren besonderen gesellschaftlichen Auftrag darin, diese Aspekte in den deutschen Naturschutz einzubringen und einen in diesem Sinne modernen Naturschutz zu fördern.

 

Aufgaben

Um ihrer Zielsetzung gerecht zu werden, will die Stiftung in den kommenden Jahren vorrangig folgende Aufgaben wahrnehmen:

  • Initiierung und Förderung von Initiativen und Maßnahmen, die das Interesse und die Freude der Menschen an der Natur wecken und sie motivieren, sich aktiv an ihrem Schutz zu beteiligen.
  • Initiierung und Förderung von Bildungsmaßnahmen als integriertem Bestandteil von Naturschutzkonzepten.
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung von Naturerlebnis und Naturbildung sowie eines vertieften Naturverständnisses.
  • Förderung mustergültiger Naturschutzprojekte, die die nachhaltige Naturnutzung in die Überlegungen einbeziehen.
  • Förderung von wissenschaftlichen Untersuchungen, die Vorausset-zungen für effektiven Naturschutz schaffen.


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